Dienstag, August 10, 2010

Barclay.

Auf die überzeugende Nachfrage von Maria nun ein kurzer Bericht über das Fellknäuel, das seit kurzem kostenbefreiter aber nicht kostenbefreiender Mitbewohner ist. Er heißt Barclay, ist nun ca 6 Monate alt und voll in der Pubertät. Eigenschaften: Er hat einen Privatkrieg mit meinen Schuhen - womit er zum Glück einiges zu tun hat, meine Armee ist zahlreich. Er weicht mir nicht von der Seite, ist sehr auf mich fixiert und bringt auch alles, was man von sich pfeffert wieder zurück: er apportiert. Und ist stubenrein, braucht viel Bewegung. Er schläft gerne in meinem Bett und in der früh werde ich von einer feuchten Schnauze wachgestupst und seit kurzem, warum auch immer, auch noch wachgeschleckt. Das ist ungefähr so lustig wie ein überfahrenes Bein, auch wenn ich sonst prinzipiell den Bartwuchs eines Zweijährigen habe. Des Vierbeiner Zunge ist nämlich verflixt rauh. In der Beschreibung des Getiers versuche ich, zwei Linien zu halten: einerseits möchte ich nicht in dieses girly-cute-describing abdriften im Sinne von "Hallilalöli ich bin der Bahkliiii und ich wohni jetzi im Hausi vom ... fuck off", anderseits will ich irgendwie eine Pointe reinbringen. Letzteres sei hiermit verzweifelt versucht: Es ist ein Kater. Kein Hund.




Er schnurrt beim hinschauen, hat das weicheste Fell der Welt (Supa zum Schuhputzen, vielleicht daher der Privatkrieg), seeehr verspielt, aber cool, weil er alles zurückbringt.

Meine Morgenroutine hat insofern einige gravierende Änderungen erfahren: Wo ich dereinst zu so humanen Zeiten wie 10, 11 Uhr circa langsam der Welt mein Augenlicht geschenkt habe, selbiges mit Espresso und dem Trockensalat aus Richmond, Virginia untermalt habe, sieht das nun wie folgt aus:

009Gegen 6.30 Uhr, manchmal auch früher, direkt proportional zur letzten Essensausgabe vom Vorabend, werde ich erst wachgestupst ("Bllllüüüüüüwäääääärghbllllprfff"), sodann wachgeschleckt ("Man muss das, du [ab hier zensiert]") und dann überrumpelt. Dieser Prozess wird zumeist begleitet vom Akkumulieren allermöglicher knisternder, runder Dinger, Alu-Kugeln, die Verpackung der Afri-Zigaretten und allem, was man sonst tagsüber neben dem Cappuccino auf dem Unterteller findet. Die werfe ich dann, Kraft koordinativer Fähigkeiten durch meine Bescheidenen 40qm2 Nachkriegsdeutschland, um sodann zu hoffen, nochmal 5 Minuten Schlaf zu haben. Nach 2 Minuten ist der Berg wieder größer geworden, und...naja.

Ich stehe dann meistens auf, die Treppe herab und beginne mit der Fütterung. Seit nunmehr eineinhalb Monaten untermalt ein wohliges Schnurren den Herbstanfang in Augsburg für mich, und ich gestehe: es tut gut und macht unheimlich Spass. Solang das Schnurren bleibt, beruht es wohl auf Gegenseitigkeit.
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Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Kurzum: Er ist unglaublich "mouuuuuuaaaah" und zucker-zucker-gefährlich-für-diabetiker-süß
(also das völlige Gegenteil zu seinem Besitzer. ;) ).

Alicia

Benedikt hat gesagt…

;(

Nancy hat gesagt…

Boah, ist der süß!!! Schöne Grüße an das schnurrende Katertier!

Benedikt hat gesagt…

Haha, ausgerichtet ;-)